Varianten der Arbeitszeitberechnung

Im Bereich Sollarbeitszeit ist die Methode Arbeitszeit gleichmäßig auf Wochentage verteilen, auch 6-Tage Pauschale genannt, voreingestellt. Diese Einstellung bewirkt, dass auf jeden der 6 Werktage ein Sechstel der Wochenarbeitszeit entfällt. Dieser Zeitbetrag wird dem Arbeitnehmer im Falle von Krankheit, Urlaub oder eines Feiertags im Zeitkonto gutgeschrieben.

Alternativ kann die Sollarbeitszeit für jeden Werktag einzeln angegeben werden. Entfernen Sie dazu das Häkchen im Feld Arbeitszeit gleichmäßig auf Wochentage verteilen und tragen Sie die Sollarbeitszeit an jedem Tag einzeln im Format Stunden:Minuten ein.

Folgende Tabelle liefert einen Überblick über die Vor- und Nachteile der beiden Methoden:

Methode

Vorteile

Nachteile

Pauschale

Sehr einfache Methode, die bei Neuverteilung der Arbeitszeiten innerhalb des Teams nicht angepasst werden muss.
Arbeitnehmer müssen beim Urlaub nehmen nicht auf die korrekte Verteilung der Wochentage achten, da die zu leistende Arbeit pro Jahr immer gleich bleibt.

Für Arbeitnehmer wenig transparent:
Feiertage und einzelne Urlaubstage führen zu Differenzen im Zeitkonto, die sich auf lange Sicht zwar heraus mitteln, aber dennoch häufig zu Unverständnis und Rückfragen führen.

Sollarbeitszeit pro Tag

Häufig die korrektere, mit Tarifverträgen besser zu vereinbarende Methode.

Arbeitnehmer mit unterschiedlichen täglichen Arbeitszeiten müssen beim Urlaub nehmen die Verteilung der Wochentage, z.B. gleich viele Montage wie Dienstage, beachten (Ausnahme: Urlaubsabrechnung in Stunden).

Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, mehrere Wochen mit unterschiedlichen Sollarbeitszeiten anzulegen. Hier kommt wieder der ratioplan Wochenzyklus zur Anwendung: haben Sie beispielsweise 2 Sollarbeitszeitwochen für ein Zeitkonto angelegt, so wird die zweite Woche (Woche 2 von 2) immer auf die Zykluswoche 2 des 2er-Wochenzyklus im Kalender angewandt.

Eine andere Möglichkeit, mit alternierenden Wochenarbeitszeiten umzugehen, besteht darin, die Tagesarbeitszeit an den betreffenden Tagen zu mitteln.
Beispiel: vereinbart man mit einem Arbeitnehmer, der jeden zweiten Samstag 4 Stunden arbeitet, einen Sollarbeitszeit von 2 Stunden, dann wird im Zeitkonto an gearbeiteten Samstagen 2 Überstunden und an den übrigen Samstagen 2 Minusstunden berechnet.

Literaturtipp:
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